Hermann Josef Hack mit der Ersten Flüchtlingsakademie der Freien Künste im NRW-Forum Düsseldorf

Plakat FluchtpunktLeuchtturm NRW-Forum160622

 

Auf Einladung von Alain Bieber werden wir am 22. Juni im Rahmen des Ausstellungsprojektes “Planet B – Ideen für eine neue Welt” mit Geflüchteten aus Düsseldorf im Ehrenhof 2 eine Aktion mit der Ersten Flüchtlingsakademie der Freien Künste durchführen. Außerdem zeigt Hermann Josef Hack neue Bilder auf Zeltplanen an der Außenwand des NRW-Forums. Der Eintritt ist frei – siehe Plakat. Alle sind herzlich willkommen, die Erste Flüchtlingsakademie der Freien Künste kennen zu lernen!

Wir sehen uns in Düsseldorf!

Kunstforum International berichtet über SICHTKONTAKT

in: “Kunstforum international”, Onlineausgabe Nachrichten, 15. Kalenderwoche 2016, Autor: J. Raap
Aktionen & Projekte

Flüchtlingsaktion zur Art Cologne

Hermann-Josef Hack bei der Aktion Sichtkontakt
vor dem Eingang zur Art Cologne, April 2016, Foto: Raap

Köln war und ist nie eine richtige Schickeria-Stadt, und auch auf der Art Cologne geht es nicht ganz so versnobt zu wie auf manch anderen Edelmessen. Dennoch war der Kontrast auffällig, den die Aktionskünstler Hermann-Josef Hack und Andreas Pohlmann mit ihrem Projekt “Sichtkontakt” ganz gewollt gesucht hatten, als sie taktisch geschickt am stark frequentierten Weg zwischen Deutzer Bahnhof und Messeeingang ihre bemalten Zeltplanen und Fotodrucke mit Bildern aus Flüchtlingsunterkünften ausbreiteten: Während vor dem Messegebäude die schwarzglänzenden Limousinen wohlhabender Sammler vorfuhren, in “Sichtkontakt” zu den bemalten Zelten, verteilte der Museumsdienst Köln im Messe-Foyer über 1.500 Kulturtaschden an die Besucher – alle Taschen waren für diese Aktion von Flüchtlingen einzeln bemalt worden. Wer wollte, konnte mittels I-Pad auch via Videoverbindung mit Flüchtlingen in deren Unterkünften in Köln und Siegburg kommunizieren, und Künstler Hack freute sich, dass sich eine Schulklasse dazu entschloss, zu den gleichaltrigen Jugendlichen in der Siegburger Unterkunft auch einen persönlichen Kontakt aufzunehmen. Die Flüchtlinge wiederum können sich mit Hacks Bildern identifizieren – er habe auf den Planen mit dem Pinsel “die Geschichte unserer Flucht” aufgeschrieben, erklärter einer von ihnen dazu. Zwar suchen auch Hack und Pohlmann mit ihrer “Ersten Flüchtlingsakademie der freien Künste” die Medienöffentlichkeit, doch ihre Aktion ist mit diesen praktischen sozio-kulturellen Implikationen bewusst nicht so spektakulär angelegt wie manche Medienauftritte Ai Weiweis zum selben Thema. Von der Art Cologne-Leitung hatte Hack zwar zehn Freikarten für Flüchtlinge bekommen, aber mit seinem Sandwich-Plakat, das die Aufschrift “Sichtkontakt” und den Namen der Flüchtlingsakademie trug, durfte der Künstler dennoch “noch nicht einmal in die Vorhalle” der Messe (O-Ton Hack). Art Cologne-Boss Daniel Hug sei laut Hack der Ansicht, diese Art Kunst gehöre nicht auf eine Kunstmesse. Tatsächlich hat Daniel Hug seit seinem Amtsantritt als Art Cologne-Direktor lokale Kunsträume und -Initiativen, die früher auf der Art Cologne Info-Stände bespielen durften, wie z.B. das Bonner Frauenmuseum oder der Kölner Künstlerverein 68elf, inzwischen von der Messe verbannt, um den Hallenpan besser vermarkten zu können. Auch die Kunstzeitschriften, die früher einen recht komfortablen Sektor hatten, fühlen sich bei der Kojenaufteilung heute eher stiefmütterlich behandelt. Performance-Beiprogramme, wie sie auf anderen Kunstmessen üblich sind, fehlen auf der Art Cologne weitgehend. Daher gewann der Künstler Hermann-Josef Hack den Eindruck, alles, was nicht unmittelbar verkäuflich sei, störe auf der Art Cologne mittlerweile, und durch Hugs Lokalverbot für seine Aktion fühlt er sich in dieser Ansicht bestätigt.

 

Hack gründet Erste Flüchtlingsakademie der Freien Künste

Am 22. September gründeten die beiden Künstler Hermann Josef Hack und Dr. Andreas Pohlmann die Erste Flüchtlingsakademie der Freien Künste, die First Refugee Academy of Arts and Culture, mit mobilem Sitz, zunächst in Deutschland.

Sie setzen damit ihre mit Flüchtlingen auf Sri Lanka, in Peru und im Libanon gewonnen Erfahrungen in die Tat um.

Hack: „Noch nie war die Bedrohung, Teile seines Lebens als Flüchtling zu verbringen, für so viele Menschen so groß. Neben der schon heute großen Zahl von Kriegsflüchtlingen werden weltweit zig Millionen von Klimaflüchtlingen in absehbarer Zukunft einen globalen Migrationsstrom auslösen bzw. verstärken. Wie unsere Arbeit mit Betroffenen belegt, benötigen diese Menschen nicht nur Hilfe zur unmittelbaren Daseinsvorsorge, d.h. Befriedigung der körperlichen Grundbedürfnisse Nahrung, Obdach, medizinische Versorgung. Der Mensch als kulturelles Wesen braucht ebenso geistige Nahrung und die Möglichkeit, seine kulturellen Bedürfnisse zu befriedigen und sich dadurch auszutauschen. Außerdem bringen Menschen, die alles zurück lassen mussten und notgedrungen auf einen Neuanfang ausgerichtet sind, ihre Lebenserfahrungen ein, welche nicht nur für sie, sondern für alle von Bedeutung sind.“

Die weltweit erste Flüchtlingsakademie der Freien Künste schafft Angebote für alle Flüchtlinge, die künstlerisch arbeiten wollen und eine Plattform zum Diskurs mit den Mitteln der Kunst suchen, sowie für alle, die im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes den Austausch und Kontakt zu Künstlerinnen und Künstlern suchen, die sich auf der Flucht befinden.

Pohlmann: „Wir gründen diese Akademie als Kommunikations- und Arbeitsmöglichkeit, weil wir der festen Überzeugung sind, dass Kunst per se keine Grenzen kennt und an jedem Ort der Welt die Möglichkeit zur Entfaltung haben muss. Aus Erfahrung mit ersten Pilotprojekten konnten wir belegen, wie Kunst in ihrer Übersprachlichkeit das schnellste und unkomplizierteste Kommunikationsmedium bietet.“

Die Erste Flüchtlingsakademie der Freien Künste versteht sich sowohl als virtuelle Einrichtung, die als Institution von überall aus wirkt, gleichermaßen auch als Organisator konkreter Begegnungen, Arbeitsmöglichkeiten und Gespräche, insbesondere für Flüchtlinge.

Auf dem Fundament der Freiheit der Kunst, die weltweit uneingeschränkt zu gelten hat, arbeitet sie unabhängig und ohne weltanschauliche Beschränkungen. Damit bietet sie den geeigneten Raum, um Lösungsangebote für die anstehenden Probleme zu machen.

Hier das Gründungsmanifest im Wortlaut:

 

Flüchtlingsakademie der Freien Künste

First Refugee Academy of Arts and Culture

Gründungsmanifest

Heute gründen wir, Hermann Josef Hack und Dr. Andreas Pohlmann, die Erste Flüchtlingsakademie der Freien Künste, die Refugee Academy of Arts and Culture, mit mobilem Sitz, zunächst in Deutschland.

Noch nie war die Bedrohung, Teile seines Lebens als Flüchtling zu verbringen, für so viele Menschen so groß. Neben der schon heute großen Zahl von Kriegsflüchtlingen werden weltweit zig Millionen von Klimaflüchtlingen in absehbarer Zukunft einen globalen Migrationsstrom auslösen bzw. verstärken. Diese Menschen benötigen nicht nur Hilfe zur unmittelbaren Daseinsvorsorge, d.h. Befriedigung der körperlichen Grundbedürfnisse Nahrung, Obdach, medizinische Versorgung. Der Mensch als kulturelles Wesen braucht ebenso geistige Nahrung und die Möglichkeit, seine kulturellen Bedürfnisse zu befriedigen. Außerdem können Menschen, die alles zurück lassen mussten und notgedrungen auf einen Neuanfang ausgerichtet sind, ungewollt wichtige Erfahrungen einbringen, welche nicht nur für sie, sondern für alle von Bedeutung sind.

Wir wählen die Akademie als Zufluchtsort des Geistigen und Kreativen zum versammeln, fokussieren, schützen und Freiräume schaffen. Sie bietet Laborräume zum experimentieren, den Raum für freie Geister, sich sowohl mit dem Traditionellen auseinander zu setzen, wie Neues zu denken und auszuprobieren. Wir schaffen einen akademischen Raum, in dem die Kultur und die Kunst gewürdigt werden, als Angebot an Flüchtlinge, zu denen wir hingehen. Die Kultur ist so wichtig, dass es einen geschützten Raum braucht, in dem man sich bewegen kann. Dieser Raum wird von uns als Akademie bereitgestellt. Der besonderen Situation der Flüchtlinge Rechnung tragend, ist diese Akademie eine virtuelle Einrichtung, die nicht an die traditionellen Verwaltungsstrukturen (Fachschaften, Räte usw.) gebunden, sondern ihren aktuellen Bedürfnissen entsprechend flexibel und mobil kurzzeitig bei den Flüchtlingen mit konkreten Projekten vor Ort präsent, ansonsten zeitlich unbegrenzt als Denkraum vorhanden ist.

Die Erste Flüchtlingsakademie der Freien Künste schafft Angebote für alle Flüchtlinge, die künstlerisch arbeiten wollen und eine Plattform zum Diskurs mit den Mitteln der Kunst suchen, sowie für alle, die im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffes den Austausch und Kontakt zu Künstlerinnen und Künstlern suchen, die sich auf der Flucht befinden.

Wir gründen diese Akademie als Kommunikations- und Arbeitsmöglichkeit, weil wir der festen Überzeugung sind, dass Kunst per se keine Grenzen kennt und an jedem Ort der Welt die Möglichkeit zur Entfaltung haben muss. Aus Erfahrung mit ersten Pilotprojekten konnten wir belegen, wie Kunst in ihrer Übersprachlichkeit das schnellste und unkomplizierteste Kommunikationsmedium bietet.

Die Erste Flüchtlingsakademie der Freien Künste versteht sich sowohl als virtuelle Einrichtung, die als Institution von überall aus wirkt, gleichermaßen auch als Organisator konkreter Begegnungen, Arbeitsmöglichkeiten und Gespräche, insbesondere für Flüchtlinge.

Auf dem Fundament der Freiheit der Kunst, die weltweit uneingeschränkt zu gelten hat, arbeitet die Erste Flüchtlingsakademie der Freien Künste unabhängig und ohne weltanschauliche Beschränkungen. Damit bietet sie den geeigneten Raum, um Lösungen für die anstehenden Probleme zu finden.

Ihre Ziele Bildung und freier kultureller Austausch im Sinne einer weltweiten Verständigung entsprechend dem GLOBAL BRAINSTORMING PROJECT sind für alle Menschen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft und Weltanschauung ausgerichtet und werden auf der Grundlage der Menschenrechte eingefordert. Sie basiert auf echtem Pluralismus, in dem jeder Mensch einen Wert hat. Als Gegenbild zu einzelnen Ismen, die für sich einen Absolutheitsanspruch geltend machen, bekennen wir uns zu einem pluralistischen Miteinander, in dem jede Kultur von der anderen lernen kann. Getragen vom Grundprinzip eines kommunikativen Erfolgsaustausches werden ein ständiges, grenzüberschreitendes Weiterentwickeln und Integrieren systemimmanent propagiert.

Die Erste Flüchtlingsakademie der Freien Künste soll u.a. Strukturen der Begegnung für Flüchtlinge mit etablierten Bildungs- und Kultureinrichtungen schaffen und Flüchtlinge bei ihrer künstlerischen Arbeit unterstützen.

Die Akademiearbeit erfolgt ambulant, d.h. dort, wo sie benötigt wird, und reagiert insofern flexibel auf die jeweiligen Anforderungen. Sie versteht sich als Modellprojekt und bietet eine Plattform in den sozialen Medien zum Austausch von verschiedenen Kulturtechniken und Inhalten.

Aus dem Erfahrungsschatz unserer bisherigen Projekte für und mit Flüchtlingen, z.B. das Malbuch für Flüchtlingskinder auf Sri Lanka, das Global Brainstorming Expedition Camp Lima oder das Global Brainstorming Beirut Refugee Communication Camp, ziehen wir die Konsequenz, indem wir diese Akademie gründen und so die bisherige Form der Pilotprojekte in ein für alle zugängliches und anregendes Gebilde überführen.

 

 

 

Köln, 22. September 2015

 

Hermann Josef Hack                                                                                             Dr. Andreas Pohlmann

Jungfilmer aus Los Angeles drehte Kurzfilm über Hacks Arbeit: UN-INVOLVED

UN INVOLVED, 150130, 175 x 170

Der junge Filmer Casey Chavarria aus Los Angeles, USA, hat Ende letzten Jahres einen Film über Hermann Josef Hacks aktuelle Arbeit gedreht. Über Wochen begleitete er Hack im Atelier und bei seiner Aktion vor dem UN-Campus in Bonn. Hier der fertige Film als Video: https://vimeo.com/117774178.

Und hier das Gemälde, dessen Entstehung Casey Chavarria dokumentiert hat:

 

BASISLAGER, 141107, 320 x 246

SORRY, 2050! – Gedenkstätte für zukünftige Opfer des Klimawandels

SorrySiegburg, 150702

Siegburg. Wenn die Passanten aus dem ICE-Bahnhof Siegburg in die Stadt gehen, passieren sie eine Gedenkstätte, wie man sie von Katastrophen oder Unfällen kennt, wenn die Öffentlichkeit durch niedergelegte Blumen und Kerzen ihre Anteilnahme zum Ausdruck bringt. Solch eine Stätte des Gedenkens hat der Künstler Hermann Josef Hack jetzt in seiner Heimatstadt Siegburg für die zukünftigen Opfer des Klimawandels installiert. “Wenn bei uns ein einzelnes Kind vermisst wird oder durch ein Unglück zu Tode kommt, zeigt sich – zu Recht – eine große Anteilnahme der Bevölkerung. Was aber, wenn in wenigen Jahren Millionen Babys von heute unter den Folgen der Klimakatastrophe leiden? Sollten wir uns nicht schon heute bei ihnen für unser Verhalten entschuldigen? Denn sie werden uns vorhalten: ihr habt doch gewusst, welche Auswirkungen die gierige Ausbeutung der Ressourcen und die damit verbundene Vernichtung unserer Lebensgrundlagen haben werden, wieso habt ihr nicht genug unternommen?”, so Hack.

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Gleich nach der Installation erfreute sich die Gedenksätte reger Beachtung, nicht nur junge Familien und Jugendliche, sondern auch Senioren interessierten sich für das Thema und trugen sich in das ausgelegte Kondolenzbuch ein.

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Die Installation wird als Außenaktion der Ausstellung “Shout hin!- Positionen politisch motivierter Kunst” des Rhein-Sieg-Kunstvereins noch bis zum 31. Juli auf dem Europaplatz in Siegburg zu sehen sein. Alle sind herzlich eingeladen, sich mit Blumenspenden, Kerzen oder Wortbeiträgen, gerne auch im Kondolenzbuch, zu beteiligen.

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Fotos: Hermann Josef Hack

Hack mit Zelten auf MARE NOSTRUM-Tour rund ums östliche Mittelmeer

Istambul Blaue Moschee tent sculptures, 150621

Hermann Josef Hack, Blaue Moschee, Istambul, 150622, 2015

Im Juni 2015 reist Hermann Josef Hack rund ums östliche Mittelmeer, um mit seinen Zeltskulpturen auf die zunehmende Zahl von Flüchtlingen hinzuweisen. Unter dem Titel MARE NOSTRUM  bereiste er u.a. Istambul, Athen und kleiner Städte entlang der Mittelmeerküste. Abschotten oder die Flüchtlinge gar als politisches Druckmittel einsetzen wie z.Z. die griechische Regierung in ihren Androhungen, kann keine Lösung sein. Wenn man die ungebremste Klimakatastrophe berücksichtigt, wird sich die Zahl der Flüchtlinge sehr bald verdoppeln.

Rhodos AIDAstella tents, 150625

Bald werden die Kreuzfahrtschiffe als Transportflotte für Klimaflüchtlinge eingesetzt, weil nur sie über genügend Plätze verfügen.

In Istambul baute Hack gleich in mehreren Moscheen seine Zeltskulpturen auf, z.B. in der Blauen Moschee und in der Hagia Sophia. Nicht nur in der Kölner Kunst-Station Sankt Peter, die Hack gemeinsam mit seinem Kollegen und Projektpartner Andreas Pohlmann in ein riesiges Flüchtlingszelt verwandelte, sondern auch in der Blauen Moschee beteten die Gläubigen unter Hacks bunt bemalten Planen.

 

Istambul Große Moschee tent sculptures, 150622

Hacks Zeltskulpturen vor der Großen Moschee, Istambul, 150622, 2015

Istambul Haghia Sophia tent sculptures, 150621

Hermann Josef Hack, tent sculptures in der Blauen Moschee, Instambul, 150621, 2015

Rhodos harbour tent sculptures, 150625

Hermann Josef Hack, tent sculptures MARE NOSTRUM CAMP, Rhodos, 150625, 2015

Istambul bazar tent sculptures, 150622

Hermann Josef Hack, tent sculptures in Istambul City, 150622, 2015

 

Hermann Josef Hack im Pumpwerk Siegburg

PumpwerkPK150611

pumpwerk shelter 150609

 

SHOUT HIN! mit Hermann Josef Hack im Kunstverein Rhein-Sieg

Ab Samstag, dem 13. Juni, 16 Uhr, zeigt der Kunstverein für den Rhein-Sieg-Kreis die Ausstellung „SHOUT HIN! – Positionen politisch motivierter Kunst“ im Pumpwerk Siegburg (Ausstellungsdauer bis 31. Juli).

Neben den Künstler/innen Oliver Breitenstein, Susanne Fasbender und der Gruppe “Werkraum Bild und Sinn” ist Hermann Josef Hack mit bisher noch nicht gezeigten Arbeiten im Ausstellungsraum auf ebener Erde vertreten.

Sein großformatiges Bild THINK TANK 150527, eine typische Hack-Malerei auf Zeltplane, misst 306 x 228 cm und ist im Mai dieses Jahres entstanden. Als Hinweis auf seine “Bewohnbaren Bilder”, mit denen Hack die Erweiterung vom Tafelbild in den Raum vorantreibt, hat der Künstler den unteren Teil des Gemäldes mit Stöcken von der Wand abgestützt, so dass ein Unterstand, oder wie man in den Krisengebieten sagt, Shelter, unter dem man Schutz suchen kann, entsteht. Rechts daneben eine Papierarbeit mit der Aufschrift STEUERFLÜCHTLINGE, HELFT KLIMAFLÜCHTLINGEN! sowie eine großformatige Panoramaaufnahme von Hacks letzter Aktion am 8. Juni (gemeinsam mit Andreas Pohlmann, von dem auch das Foto stammt) vor dem Kölner Hauptbahnhof GLOBAL BRAINSTORMING REFUGEE COMMUNICATION. Hier zeigte Hack neben seinen eigenen Bildern auch die mit syrischen Flüchtlingen im Libanon kürzlich gemalten Bilder auf Zeltplanen, indem er diese zu einfachen Zelten zusammenbaute.
An der Stirnwand des oberen Ausstellungsraumes findet sich ein mittleres Format mit der Aufschrift FRONTEX, welches einen fliegenden Bienenkorb, in Hacks Sprache “Honeycopter” über einem Zeltlager in grellen Farben darstellt. Daneben drei Wimpel, die Hack zuletzt in der großen Kölner Fronleichnamsprozession eingesetzt und damit auf die vielen Flüchtlingsschicksale hingewiesen hat. Oberhalb dieser Fahnen aus bemalten Zeltplanen ein Wimpel, den Hack auf seiner Reise zur Weltklimakonferenz in Lima fertigen ließ, als er dort mit seiner POLICIA AGUA den Straßenverkehr blockierte, um auf schonenden Umgang mit der kostbaren Ressource Wasser hinzuweisen.
Gegenüber dem Treppenabgang findet sich ein Ensemble aus einer Papierarbeit aus dem Jahre 2009 und Miniaturen aus bemalter Plane, welches nicht nur vom Material her mit den anderen Arbeiten korrespondiert und zeigt, dass Hacks Motive auch im kleinen Format ausdrucksstark funktionieren.

Intervention im öffentlichen Raum “SORRY, 2050!” am 2. Juli vor dem ICE-Bahnhof Siegburg, Europaplatz

Aufgrund einer Auslandsreise wird Hack nicht an der Eröffnung persönlich teilnehmen können. Dafür hat er aber eine eigene Intervention im öffentlichen Raum vor dem ICE-Bahnhof auf dem Europaplatz geplant, die am 2. Juli von ihm vorgestellt wird. Unter dem Titel „SORRY, 2050!“ wird Hack eine Gedenkstätte für Babies, die im Jahr 2050 die Folgen unseres Handelns bzw. Nichthandelns auszubaden haben, einrichten. Hier können sich die Eltern und Großeltern schon jetzt für Ihr Verhalten bei ihren Nachkommen entschuldigen bzw. begründen, warum sie nicht auf deren Bedürfnisse Rücksicht nehmen wollten. Die Installation hatte Hack als Beitrag für die 950 Jahr-Feier vorgeschlagen. Die Veranstalter des evangelischen Jugendcamps, zu dem die Aktion ursprünglich geplant war, wollten “ihren Besuchern diese negative Aktion jedoch nicht zumuten”. Insofern ist jetzt der richtige Zeitpunkt und Rahmen für die partizipative Intervention (alle sind eingeladen, sich mit Statements, Kerzen und Blumen zu beteiligen), deren Aktualität täglich zunimmt und welche die Anliegen gerade der Jüngeren, die es am meisten treffen wird, in den Fokus rückt. Nähere Informationen hierzu werden noch einmal zeitnah bekannt gegeben.

Weitere Ausstellung zum Thema: Die Ausstellung von Pep Bonet mit einer Auswahl von Hacks Zelten des WORLD CLIMATE REFUGEE CAMPs in den Kunsträumen der Michael-Horbach-Stiftung Köln, Wormser Str. 23, wird aufgrund der großen Nachfrage bis zum 22. Juni verlängert.

WDR-TV-Kunstmagazin West-art bringt Portrait von Hermann Josef Hack

Atelier draußen 150603

 

Foto: Dreharbeiten in bzw. vor Hacks Atelier

 

KölnBahnhofsvorplatz150608

Foto: GLOBAL BRAINSTORMING REFUGEE COMMUNICATION CAMP, Köln 8. Juni 2015

KölnBahnhofsvorplatzA150608

Foto: Hack und Kohlmann präsentieren bemalte Zeltplanen aus dem Libanon vor dem Kölner Hauptbahnhof, 8. Juni 2015

 

In seinem TV-Kunstmagazin West-art vom 9. Juni brachte der Westdeutsche Rundfunk ein Portrait von Hermann Josef Hack anlässlich der Aktion GLOBAL BRAINSTORMING REFUGEE COMMUNICATION mit Andreas Pohlmann auf dem Bahnhofsvorplatz vor dem Kölner Dom am 8. Juni 2015.

Hier der Link zur Mediathek: http://www1.wdr.de/fernsehen/kultur/west-art-magazin/sendungen/hermann-josef-hack-100.html

Auch wenn es nicht im Abspann steht, das Bildmaterial aus dem Libanon stammt von Andreas Pohlmann, der die Aktionen nicht nur als Fotograf und Filmer, sondern auch als künstlerischer Projektpartner mitgestaltet hat.

 

 

 

 

Bewohnbare Bilder aus Flüchtlingsbildern vor dem Kölner Hauptbahnhof

KölnHbfFront150608

 

Am 8. Juni 2015 errichtete Hermann Josef Hack ein Camp mit Zelten aus seinen “Bewohnbaren Bildern”, erstmals auch mit Bildern, die er und Andreas Pohlmann gemeinsam mit Flüchtlingen in Tripoli und Saida bei Beirut gemalt hatten. Neben zahlreichen Passanten interessierten sich auch zahlreiche Medien für die Installation im öffentlichen Raum zwischen Kölner Dom und Hauptbahnhof. Hier ein Artikel des Kölner Stadt-Anzeigers: http://www.ksta.de/innenstadt/-sote-kunstaktion-zeltplanen-vor-dem-koelner-dom,15187556,30900542.html

Hack mit Flüchtlingsfahnen auf der Großen Kölner Fronleichnamsprozession

Fronleichnam Köln Pohlmann714 150604

Am diesjährigen Fronleichnamstag ist Hermann Josef Hack mit seinen Flüchtlingsfahnen aus bemalten Zeltplanen gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen der Gemeinde Sankt Peter in der Großen Kölner Frohnleichnamsprozession mitgegangen. Die von Hack bemalten Fahnen aus den für ihn typischen Lkw- und Zeltplanen an einfachen Holzstöcken setzten einen künstlerischen Akzent und setzten sich von den traditionellen, zum Teil reich verzierten Fahnen der Handwerksinnungen, Burschenschaften und anderer Vereine deutlich ab. “Sie stehen für alle, die unfreiwillig unterwegs sind, weil sie alles verloren haben und vor Krieg, Unterdrückung und Not auf der Flucht sind,” so Hack. “Wir tragen diese Fahnen, damit die Menschen, mit denen wir vor Wochen noch in ihren Notbehausungen im Libanon gemeinsam Bilder gemalt haben, konkret dabei sind, sie gehören genauso zu uns wie alle anderen. Die Kinder haben diese Botschaft fröhlich und sehr bewusst in die Prozession getragen.”
Der Künstler, der gemeinsam mit seinem Kollegen Andreas Pohlmann vor wenigen Wochen mit syrischen Flüchtlingen in Tripoli und Saida nahe Beirut ein Kunstprojekt zur besseren Kommunikaton mit Flüchtlingen durchgeführt hatte, freute sich, mit welcher Selbstverständlichkeit seine Fahnen nicht nur von den Trägerinnen und Trägern, sondern auch von den Organisatoren akzeptiert wurden. Noch zur Jahreswende hatte Hack gemeinsam mit Pohlmann aus seinen Bildern ein riesiges Flüchtlingszelt innerhalb der Kunst-Station Sankt Peter errichtet, welches mehrere Hilfsimpulse angeregt und u.a. die Aktion “4000 Lichter für 4000 Kölner Flüchtlinge” hervorgebracht hatte.
Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat zum Abschluss seiner Ansprache im Dom zu einem Solidaritätsabend für Flüchtlinge am 19. Juni, 19.30 Uhr, auf dem Roncalliplatz in Köln eingeladen, um mit 23.000 Glockenschlägen den seit dem Jahr 2000 über 23.000 ertrunkenen Flüchtlingen zu gedenken. Woelki appellierte daran, Migration endlich als einen Bestandteil unserer Gesellschaft anzuerkennen.
Hack bedankte sich beim Erzbischof für diese klare Haltung und die Gelegenheit, seine Flüchtlingsfahnen als Teil der Fronleichnamsprozession in den öffentlichen Raum zu tragen.
Ein großes Dankeschön an Pater Holter, der die Aktion von Anfang an unterstützt hat, und alle Gemeindemitglieder von Sankt Peter, insbesondere die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die Hacks Fahnen getragen und so erst die Aktion ermöglicht haben!
Foto: Dr. Andreas Pohlmann, Köln